Feuchtkugeltemperatur
Die Obergrenze dessen, was Schweiß leisten kann, und die Linie hinter der Stufe „Grenze“.
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Die Feuchtkugeltemperatur ist die tiefste Temperatur, die deine Haut durch Schwitzen erreichen kann. Der WBGT, die Zahl im Tab „Jetzt“, steckt teils in ihr, doch die Feuchtkugeltemperatur hat eine eigene Aufgabe: Sie markiert die harte Obergrenze dessen, was Schweiß leisten kann, die Linie hinter der Stufe „Grenze“.
Der Name kommt von einem einfachen Experiment. Wickle ein feuchtes Tuch um die Kugel eines Thermometers und lass Luft daran vorbeiströmen. Wasser verdunstet, die Kugel kühlt ab, und die Anzeige pendelt sich bei der Feuchtkugeltemperatur ein. Deine Haut macht dieses Experiment den ganzen Tag.
Schweiß ist dein Kühlsystem
Dein Körper muss nahe 37 °C bleiben. Wird dir warm, schwitzt du. Jeder Tropfen, der verdunstet, trägt Wärme von deiner Haut fort.
Luftfeuchtigkeit bremst das aus. Wenn die Luft schon viel Wasser enthält, bleibt der Schweiß auf der Haut, statt zu verdunsten. Du schwitzt weiter, aber du kühlst nicht mehr ab.
Warum schwüle 31 °C schlimmer sind als trockene 40 °C
Trockene 40 °C klingen schlimmer als schwüle 31 °C. Beim Schwitzen ist es umgekehrt: In trockener Luft verdunstet Schweiß schnell, sodass du selbst an einem sehr heißen Tag Wärme abgibst. Doch auch trockene Hitze ist gefährlich. Sie entzieht dir schnell Wasser, sodass die Austrocknung dich rasch einholt. Deshalb stuft die WBGT auch einen glühend heißen, trockenen Tag als gefährlich ein.
Bei 31 °C und hoher Luftfeuchtigkeit kommt die Verdunstung fast zum Stillstand. Wärme staut sich in dir und kann nirgendwohin. Deshalb kann die Feuchtkugeltemperatur dich an Tagen warnen, die die normale Wettervorhersage mild nennt.
Die Grenze bei 35 °C
Jenseits dieser Feuchtkugeltemperatur nimmt selbst ein gesunder Mensch, der mit reichlich Wasser im tiefen Schatten ruht, schneller Wärme auf, als der Körper sie abgeben kann. Im Artikel „Die menschliche Hitzegrenze“ erfährst du, wie dieser Wert ermittelt wurde.
Solch extreme Bedingungen sind weiterhin sehr selten, und die Stufen fordern dich schon lange vorher zum Handeln auf.
Wo HeatCue ins Spiel kommt
Du musst das alles nicht selbst verfolgen. HeatCue berechnet die WBGT an deinem Standort, sagt dir in klaren Worten, ob du unbesorgt rausgehen kannst oder es ruhiger angehen solltest, und beobachtet die Lage weiter, damit du weißt, wann die Hitze zunimmt. HeatCue kennt sogar den Unterschied zwischen Sonne und Schatten.
HeatCue zeigt Bedingungen und allgemeine Empfehlungen. Es ist eine Orientierungshilfe, kein medizinischer Rat.